Freibier für alle!!

28 03 2012

Inzwischen ist keine Forderung mehr blöde genug, um nicht plakatiert und als ernstgemeinter Beitrag zum politischen Diskurs hinausgeschwafelt zu werden. „Reichtum für alle“ forderte die Linke im letzten Wahlkampf – wer solche Sätze zum Druck freigegeben hat, hatte sicher die aktuelle Forderung der Piraten nach „Freigabe aller Drogen“ für sich selbst schon längst umgesetzt.

„Frei“ ist sicher das Wort des Jahrzehnts. Und zwar ausdrücklich im Sinne von „Frei von jeder Verantwortung“ und befreit von allen lästigen Verpflichtungen eines in eigener Verantwortung geführten Lebens.

Milton Friedmann, einer der angesehensten Nationalökonomen, hat den berühmten Satz gesagt: „There is no such thing as a free lunch“. Auf deutsch könnte man salopp sagen: „Freibier gibt es nicht“.

Warum? Ganz einfach: weil irgendjemand für die Zeche einstehen muss. Irgendjemand wird bezahlen (müssen).
Darüber sich Gedanken zu machen ist sicher zu viel verlangt von den Schwadronierern. Es klingt doch alles so fair und gerecht: kostenloses Internet, kostenlose Gesundheitsversorgung, kostenloser Nahverkehr, kostenlose Bildung, kostenlose Kindergärten – die Reihe darf jeder nach eigenem Gusto fortführen, fühlen Sie sich so frei. Wer da zum Nachdenken auffordert, kann nur „rechts“ sein, sehr beliebt und fast noch schlimmer „neoliberal“, kalt und geizig – denn nur links schlägt das Herz für all das Gute in der Welt.

Die alte Gastwirtsregel „Wer bestellt, bezahlt“ soll am Ende außer Kraft gesetzt werden.
Ich jedenfalls habe den Wahnsinn nicht geordert, am Ende steht der Kellner aber an meinem Tisch mit der Rechnung. Grausige Wirklichkeit.

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3 responses

28 03 2012
Dieter Reichenbach

Dieser Beitrag gefällt mir aber sehr gut!!!

28 03 2012
Hans Itzel

Das ist das gleiche populistische Geschwafel wie das von der „reichensteuer“. Wann ist man reich? Wenn man nicht „arm“ ist. Logisch. Und die Armutsgrenze liegt in Deutschland ca bei einem Monatseinkommen von 760 € pro Person. Das heißt doch, dass der Müllmann und die Krankenschwester mit ca 1500 Netto schon über der Armutsgrenze liegen. Demzufolge müssten sie auch „Reichensteuer“ bezahlen, oder?

28 03 2012
Hans Itzel

Die richtige Forderung der Populisten müsste doch konsequent heißen: „Jeder darf sich sein Geld selbst drucken“
Problem dabei ist dann aber: Keiner kann damit die Druckerpatronen bezahlen, ohne die man sich ja das eigene Geld nicht drucken kann.

Die Realitätsferne mancher Menschen grenzt schon fast an schizophrener Genialität!

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